Amateurfunk verbindet Menschen in der ganzen Welt

"Strahlung"

Strahlung! Ein Begriff, der bei vielen Menschen zumindest ein ungutes Gefühl auslöst. Auch wir selbst verwenden diesen Begriff ja. Es handelt sich bei Radiowellen aber um "Elektromagnetische Wellen", um eine nicht ionisierende "Wellenstrahlung" und nicht um Korpuskularstrahlung. Radiowellen sind genau solche elektromagnetischen Wellen, wie auch das sichtbare Licht. Und Radiowellen verhalten sich auch genau so. Man kann sie bündeln und gezielt in eine bestimmte Richtung senden oder eben - umgangssprachlich - abstrahlen. Genau wie z.B. mit einer Taschenlampe Licht in eine bestimmte Richtung gelenkt wird. Ein Licht-Strahl eben.

Niemand hat Angst vor einem Lichtstrahl. Klar, den kann man sehen, die Radiowellen aber nicht. Deshalb sind sie aber nicht per se gefährlich. In der Medizin heißt es: "Die Dosis macht das Gift". Genau so ist es hier auch. Der Lichtstrahl aus der Taschenlampe ist harmlos. Mit einem Laser werden aber beispielsweise Bleche geschnitten. Genauso ist es mit den Radiowellen. Die Leistungen, die im Amateurfunk verwendet werden, sind relativ gering. Wir dürfen mit maximal 700 Watt senden. Bei einer Rundfunkstation sind das u.U. dann aber 400 Kilowatt. Das ist dann wie der Vergleich zwischen der Taschenlampe und dem Laser. Außerdem sendet eine Amateurfunkstation nicht permanent. Die meiste Zeit wird meist auf das Hören verwendet. Bei einem Gespräch gibt es immer wieder Unterbrechungen, wenn die Gegenstation sendet. 

Weiterhin sollte man wissen, dass die von einer Sendeantenne erzeugte Feldstärke, mit dem Quadrat der Entfernung sinkt. Wenn also die Feldstärke im Abstand von einem Meter X ist, dann ist sie im Abstand von zwei Metern X/4 und im Abstand von vier Metern X/16 usw..

Für jede Funkstation mit 10 Watt Sendleistung und mehr (genauer: "Äquivalente isotrope Strahlungsleistung, EIRP), muss eine Standorterklärung erstellt werden. Für uns Funkamateure gibt es eine Sonderregelung. Wir dürfen selbst eine Erklärung abgeben. Für Amateurfunkstationen gelten, genau wie für alle anderen Funkdienste, festgelegte Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Diese, von uns erstellte Erklärung nach BEMFV, wird an die BNetzA eingesandt. Die BNetzA überprüft auch sporadisch oder bei Störfällen unsere Stationen auf Einhaltung der Vorgaben.  Die einzuhaltenden Grenzwerte können entweder durch Messung mit einem Feldstärkemessgerät oder durch Berechnung ermittelt werden. Hierfür werden von der BNetzA oder vom DARC Berechnungsprogramme zur Verfügung gestellt.

Der Begriff "EIRP"
EIRP steht  für den englischen Begriff "Equivalent Isotropically Radiated Power". Auf deutsch, wie zuvor angegeben, "Äquivalente isotrope Strahlungsleistung".   

Bei der BNetzA werden alle Berechnungen - bezüglich Antennen und Sendeleistungen - auf eine rein theoretische Antenne bezogen: die isotrope Antenne. Das ist eine punktförmige Antenne, die in alle Richtungen gleich strahlt und einen Gewinn von 0 dB hat. Eine solche Antenne gibt es in der Praxis nicht. Reale Werte müssen daher auf diesen isotropen Strahler umgerechnet werden. Die reale Vergleichsantenne ist im Normalfall der Dipol. Dieser hat natürlich keine punktförmige Ausdehnung und daher gegenüber der isotropen Antenne einen Gewinn. Dieser Gewinn beträgt 2,15 dB. Wenn bei Gewinnangaben Bezug auf den Dipol genommen wird, müssen daher dann 2,15 dB dazu addiert werden, um den Wert für die isotrope Antenne zu erhalten (0 dBd = 2,15 dBi). Die Angabe dBd bezieht sich auf den Dipol und dBi bezieht sich auf die isotrope Antenne.

Das gleiche gilt für Angaben der Sendeleistung. Beispielsweise wird ein Dipol mit 100 W PEP Sendeleistung betrieben. Die isotrope Sendeleistung ist dann um 2,15 dB höher. 2,15 dB entsprechen einem Gewinnfaktor von 1,64 (GF = 10^(2,15/10)). Aus 100W PEP werden dann 100 x 1,64 = 164W EIRP.

 

 

BEMFV

BEMFV heißt das "Nachweis-verfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder", mit dem wir Funkamateure die Einhaltung der Grenzwerte nachweisen müssen.

Berechnungsbeispiel mit Watt32
Grundstück mit Schutzbereichen
Höhenprofil FB23-Antenne