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Spektrumanalyzer BG7TBL

Durch Zufall stieß ich auf den Spektrumanalyzer BG7TBL. Ein Gerät, welches für unter 100 € angeboten wird. Und das bei einem Frequenzbereich von 35 MHz bis 4,4 GHz. Ein guter Spektrumanalyzer kostet ansonsten doch einiges mehr. Was soll man also von so einem Angebot halten? Wer glaubt, dass hochwertige Messtechnik für ein paar Euro zu haben ist, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten. Aber es muss ja nicht immer HighTech sein. Für Amateurfunkzwecke gibt es tolle Sachen die dazu auch noch preiswert sind. Aber einen Spektrumanalyzer mit diesem Frequenzbereich für 'nen knappen Hunni?

Ich habe mir also ein solches Gerät ersteigert. In diversen Foren hatte ich schon vorher gelesen, was einen hier erwartet. Aber geschrieben wird ja bekanntlich viel und ich wollte es selber testen. Außerdem brauche ich etwas, womit ich im 23 und 21 cm-Band messen kann. Meine Ansprüche sind da auch nicht besonders hoch.

Bedient wird das Gerät mit der gleichen Software wie auch der FA-NWT. Diese ist sehr komfortabel und es funktioniert auch problemlos. Allerdings müssen einige Parameter geändert werden und man kann natürlich nicht alle Funktionen nutzen. Ich ändere im laufenden Betrieb die Parameter und messe sowohl mit dem FA-NWT wie auch mit dem BG7TBL. 

Test des BG7TBL als Signalquelle

Als Erstes habe ich den Ausgang des Analyzers getestet und eine Frequenz knapp über 35 MHz ausgegeben. Das Ausgangssignal habe ich mit meinem Spektrumanalyzer ATTEN 5011A aufgenommen.


Ausgangssignal des BG7TBL bei 35 MHz

Als zweiter Versuch wurden 145 MHz ausgegeben und das Resultat wie zuvor aufgezeichnet.


Ausgangssignal des BG7TBL bei 145 MHz

Möglicherweise liefert der BG7TBL im höheren Frequenzbereich ein Signal mit weniger Oberwellen. Vermutlich hängt das mit dem Teiler im VCO des verwendeten ADF4351 zusammen. DIeses Signal gelangt aber auch als LO-Frequenz auf den Mischer, der das Signal des Spektrumanalyzer-Eingangs herunter mischt.........

Das Ausgangssignal als solches ist aber sehr sauber. Kein Seitenbandrauschen und keine Nebenaussendungen vorhanden.


Ausgangssignal des BG7TBL , gemessen mit dem ATTEN 5011A

Test des BG7TBL als Spektrumanalyzer
Test 1

Dann habe ich den Spektrumanalyzer getestet. Dazu habe ich ein 144 MHz Signal meines Schomandl FD450 Messplatzes in den Analyzer eingespeist. Das Signal habe ich am 50 mVolt-Ausgang der Frequenzerzeugung des FD450 abgenommen. Zum Vergleich habe ich das Signal auch mit dem FA-Spektrumanalyzer gemessen. Den Frequenzbereich habe ich dabei so gewählt, dass der auch vom FA-Spektrumanalyzer wiedergegeben werden kann, damit das Ergebnis vergleichbar bleibt.


Das Messergebnis des BG7TBL-Analyzers

Das identische Signal habe ich danach mit dem FA-Spektrumanalyzer aufgenommen. Nachfolgend sieht man das Ergebnis der FA-NWT Messung.


Das Messergebnis des FA-NWT-Spektrumanalyzers

Das Ergebnis spricht für sich.
Die bessere Bandbreitenauflösung des FA-Analyzers (30KHz bei der aktuellen Messung) kann man hier auch sehr schön sehen. Die Bandbreitenauflösung des BG7TBL ist, anders als beim NWT, auch nicht variabel. Das ist aber für meine Zwecke ok. Damit kann ich gut leben. Neben dem eigentlichen Signal sieht man aber eine Menge Artefakte, die dort nicht hingehören. Das habe ich nach dem ersten Test auch so erwartet. Wenn das LO-Signal schon mit Oberwellen behaftet ist, kann das ja nicht ohne Folgen bleiben; es gibt Mischprodukte. Das Ergebnis sieht man oben.

Test 2

Eine weitere Messung mit dem Ausgangssignal des NWT4 auf 145 MHz. Die erste Messung wurde mit dem Atten 5011A und die zweite Messung mit dem BG7TBL durchgeführt. Das Signal des NWT4 wurde über einen 20dB-Attenuator ausgekoppelt.

NTW4 Ausgangssignal, gemessen mit meinem ATTEN 5011A  Analyzer.



Die gleiche Messung wie vor, aber mit dem BG7TBL Analyzer.

Auch hier wieder Artefakte.

Die Messungen habe ich nur in diesem einen Frequenzbereich durchgeführt. Das ist also nur ein partieller Test und um eine Beurteilung durchführen zu können, müssten weiter Tests gemacht werden, die ich aber mit meiner Ausrüstung nicht machen kann. Mir fehlt eine entsprechende Signalquelle.

Ob das Gerät brauchbar ist, dass muss jeder für sich beantworten. Es kommt halt auf die Anwendung an. Ich will vor allen Dingen im 21cm-Band messen. Ich hoffe, mit dem BG7TBL als Auswerteeinheit, die Wasserstofflinie bei 1,42 GHz darstellen zu können. Aufgrund des sauberen Ausgangssignals kommt das Gerät auch in einigen Fällen als LO infrage, wenn man die Oberwellen ignorieren oder filtern kann.

Rauschgenerator
Um mit diesem Spektrumanalyzer auch z.B. Filter zu vermessen, benötigt man noch einen Rauschgenerator. Von BG7TBL wird eine "Noise Source" als Ergänzung angeboten.

  
Rauschgenerator von BG7TBL


Ausgangspegel der Rauschquelle

Spezifiziert ist die Rauschquelle bis 2,4 GHz. Aber offenbar ist die auch darüber hinaus durchaus noch einsetzbar.

Da die Rauschquelle beim Betrieb mit 12V extrem heiß wird, reduziere ich die Betriebsspannung auf 9V.

 

Analyzer

Noise Source


Rauschquelle von BG7TBL